5

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Du streckst den Arm durch meine Wand,
Legst mir den Apfel in die kalte Hand,
Den Himmel kreuzen Turteltauben,
Die Zweige sonnen sich behängt mit Trauben.

Du pustest in die Luft die Seifenblasen,
Und neben dir der Apfel glüht – verlassen.

September 2016

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4

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Die Bäume lassen Blätter fallen,
Die Wiese rot,
Die Menschen lassen Mühlen mahlen,
Und essen Brot.
Ich esse heute Eis für heuer
Zum letzten Mal,
Und in der Wiese rollt was Lieb und Teuer,
Geworfner Ball.

Oktober 2016

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3

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In meinem Haus,
Seit Jahren ein buntes Fest,
Nomaden ziehen ein und aus,
Ein windig Nest.

Es rauschen lilane Gewänder,
Gelächter Chor,
Zu allen ungesehnen Ländern
Ist da ein Tor.

Die Türen ihre Flügeln schwingen,
Dort schleicht ein Dieb
(Sei froh, dass von den schweren Ringen dir keiner blieb).

Ich lass die Gäste von dem Weine nippen,
Aus bloßer Hand,
Seit ich einmal zerschlitzte Lippen
Am Gläserrand.

Und nun, sind leer geleckt die Hände,
Jetzt, alle Gäste fort.
Du – über deine Lippenränder fließt los das Morgenrot!

Februar 2017

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2

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Weißt du noch?
Im Tageslicht – dein Lächeln scharf,
Vor uns der Abschiedsgruss,
Ich, ungeschickt dir auf die Wange warf
Den Freundschaftskuss.

Ich sagte: es war schön,
Du redetest von Foto dort,
Ich dachte, es sei spät schon,
Dann ging ich fort.

Verhüllt in meinem schwarzen Schal,
Ging ich nach Draußen in die Stadt,
Zwischen den Häusern spielten Kinder Ball,
Mir kam so vor es hatte Minusgrad.

Ich weiß noch,
Wie der Himmel mich verstohlen sah,
Und unten am Kanal ein Schiff vorüber zog,
Erschreckend nah.

Oktober 2016

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1

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Rauch nikotinfrei meine Zigaretten,
Trink koffeinfrei den Kaffee,
Im Einklang mit dem Wiener Winter,
Ganz ohne Schnee.

 

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Halunke und Engel

Halunke und Engel
Keramik-Comik
Frühling-Sommer 2007 – Ramaschka

 

Die Idee zu dieser Arbeit kam von einem Lied der russischen Rockband Nautilus Pompilius. In dem Song geht es um einen Engel, dessen Schwäche – die Glücksspielsucht – von einem Halunken immer wieder ausgenutzt wird. Außer den beiden Protagonisten spielt der Himmel eine wichtige Rolle: er schaut dem Geschehen zu, ohne ein Urteil abzugeben und ist weder traurig noch froh über das Beobachtete.

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